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Gemeindeerkundungen

Tag 36: Der Tag, an dem wir Kontakt aufnehmen

In den 80er Jahren hieß ein Science-Fiction-Film von Stanley Kubrick „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“. Wir schreiben 2020 und im Moment ist die Kontaktaufnahme auch recht eingeschränkt. Nach uns nach treffe ich mich mit verschiedenen Menschen aus unserer Gemeinde und schön ist, dass einige sich direkt bei mir melden, entweder um mich bloß zu begrüßen oder auch, um einen Termin für eine persönliche Begegnung auszumachen. Ich habe heute hier auf dieser Seite mal eine Rubrik „Kontakt“ eingefügt, um eine Übersicht zu geben, wie man mich erreichen kann. Und ich mache herzlich Mut, davon Gebrauch zu machen.

Neben den klassischen Wegen im Gottesdienst, per Telefon oder E-Mail habe ich auch meine Accounts bei verschiedenen Plattformen angebeben. Neben Facebook und Twitter, wo ich schon länger unterwegs bin, habe ich heute auch wieder einen alten Instagramm-Account reaktiviert. Meine Beckumer Erfahrung war allerdings, dass die meisten Gemeindeglieder entweder Facebook nutzen oder sich per Telefon oder E-Mail melden. Mal schauen, wie es in Münster ist.

Natürlich habe ich auch eine Mobilnummer und nutze Whatsapp, Threema, Telegram und Signal. Da es sich dabei um mein privates Smartphone und eine private Nummer handelt, veröffentliche ich diese hier nicht so gerne. Wenn wir in Kontakt kommen, können wir aber gerne auch unsere Mobilnummern austauschen.

Mit der gestrigen Predigt habe ich eine kleine Predigtreihe begonnen, die noch Kernpunkten christlichen Glaubens fragen wird. Auch hier lade ich wieder herzlich ein, sich mit eigenen Gedanken in die Predigtvorbereitung einzumischen. Thema des nächsten Sonntags wird sein: Wofür wollen wir leben? (12. Juli)

Ich werde dabei locker Bezug nehmen auf den Predigttext, der für den Sonntag vorgeschlagen ist:

Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus
und wollte hören,
wie er Gottes Wort verkündete.
Jesus stand am See Gennesaret.
Da sah er zwei Boote am Ufer liegen.
Die Fischer waren ausgestiegen
und reinigten die Netze.
Jesus stieg in eines der Boote,
das Simon gehörte.
Er bat Simon,
ein Stück vom Ufer wegzufahren.
Dann setzte er sich
und sprach vom Boot aus zu den Leuten.
Als Jesus seine Rede beendet hatte,
sagte er zu Simon:
»Fahre hinaus in tieferes Wasser!
Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen!«
Simon antwortete:
»Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet
und nichts gefangen.
Aber weil du es sagst,
will ich die Netze auswerfen.«
Simon und seine Leute warfen die Netze aus.
Sie fingen so viele Fische,
dass ihre Netze zu reißen drohten.
Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei.
Sie sollten kommen und ihnen helfen.
Zusammen beluden sie beide Boote,
bis sie fast untergingen.
Als Simon Petrus das sah,
fiel er vor Jesus auf die Knie
und sagte:
»Herr, geh fort von mir!
Ich bin ein Mensch,
der voller Schuld ist!«
Denn Schrecken ergriff ihn
und die anderen, die dabei waren,
weil sie einen so gewaltigen Fang gemacht hatten.
So ging es auch Jakobus und Johannes,
den Söhnen von Zebedäus.
Sie arbeiteten eng mit Simon zusammen.
Da sagte Jesus zu Simon:
»Hab keine Angst!
Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!«
Da zogen sie die Boote an Land,
ließen alles zurück
und folgten Jesus.

Lk 5,1–11 BasisBibel

Die Beiträge zu den letzten Predigttexten waren sehr bereichernd und ich freue mich wieder auf spannende Beiträge.

Tag 35: Glaube, der ansteckt (Predigt)

„Denken, das ansteckt“, so lautet das Motto der PhilCologne in diesem Jahr. Die PhilCologne ist eine Art Kölner Kirchentag der Philosophie. Kein Fachkongress, sondern eher ein Festival. 2020 wurde die PhilCologne wegen Corona vom Juni in den September verschoben. WDR5, einer mit Mitbetreiber der PhilCologne, hat daraufhin an einem Samstag im Juni sein Programm umgestellt und 10 Stunden lang mit Gästen und Hörer:innen unter der Überschrift „Denken, das ansteckt“ philosophiert. Der Titel spielt mit dem ansteckenden Virus, lässt sich davon aber nicht ins Bockshorn jagen: Wir machen uns Gedanken,
die lohnend sind weiter zu sagen.

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Tag 34: Was ist das Zentrum?

In mehreren Gesprächen in den letzten Tagen ging es um die Frage, ob Gremmendorf und Angelmodde ein Zentrum haben und ob das Gemeindehaus der Friedens-Kirchengemeinde so ein Zentrum sein kann. Die meisten sagten, dass ein solches Zentrum fehlt. Viele würden sich dann doch zur Stadt hin orientieren. Manche meinten, dass in Zukunft das York Quartier mit dem Bürgerhaus und den Einkaufsmöglichkeiten so ein Zentrum werden könnte. Ich habe mich gefragt: Was ist eigentlich das Zentrum unserer Gemeinde? Ein guter Anlass, nochmal in die Gemeindekonzeption zu blicken.

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Tag 33: Auf dem Waldfriedhof

Die erste Beerdigung in Münster führte mich heute auf einen Friedhof, den ich noch nicht besichtigt, aber von dem ich schon einiges gehört hatte: den Waldfriedhof Lauheide. Er liegt nordöstlich von Münster hinter Handorf. Kommunal gehört das Areal zwar zu Telgte und zum Kreis Warendorf, aber das Land hat die Stadt Münster bereits 1929 erworben, um dort einen neuen Friedhof zu errichten. Die kurze Stipvisite zeigte: Der Friedhof gehört nicht ohne Grund zu den schönsten Friedhöfen Deutschlands.

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Tag 32: Blick in die Zeitung

Heute morgen lagen zum ersten Mal die Westfälischen Nachrichten bei mir auf dem Tisch. Im Moment habe ich ein Probe-Abo der Regionalausgabe für Münster, Hiltrup, Amelsbüren, Wolbeck und Angelmodde. Zeitunglesen gehört für mich als Person zum Frühstück dazu. Und als Pfarrer möchte ich gerne informiert sein über das, was in der Stadt passiert, in der ich lebe und arbeite. Klar, dass ich auch das ePaper lese, aber zum wirklichen Lesegenuß gehört für mich Papier. Heute bin ich also erstmals bei einer Tasse Tee durch die hiesige Zeitung geschlendert. Da traf es sich ganz gut, dass ich am Nachmittag einen Termin in der Lokalredaktion der WN in Hiltrup hatte.

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Tag 31: In der Nachbarschaft

Von der St. Mauritz-Kirche war gestern schon einmal kurz die Rede. Heute war ich im Stadtteil St. Mauritz, dem ehemaligen Kirchspiel der katholischen Pfarrkirche, unterwegs und habe den Kollegen Moritz Gräper von der Auferstehungs-Kirchengemeinde besucht. Dabei habe ich mehr über die Auferstehungsgemeinde, die Kirche selbst und über die andere Seite der Arbeit von Moritz Gräper als City-Kirchen-Pfarrer erfahren.

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Tag 30: Vom Stutenbernd bis zur Preußenunion

Die evangelische Geschichte von Münster ist lang und verwickelt. Sie fängt an mit „Stutenbernd“. Das war der Spitzname von Bernd Rothmann, der ursprünglich Prediger an St. Mauritz war. Er sympathisierte mit der Reformationsbewegung und hat dabei Kontakt zu unterschiedlichen Strömungen gehabt. Weil er zum Abendmahl Brot aus Hefeteig verwendete, kam er zu seinem Spitznamen. Besonders die eigentlich recht friedfertige Täuferbewegung hatte es ihm angetan, aber in den Jahren 1532/33 radikalisierte sich die Bewegung in der Auseinandersetzung einerseits mit den Lutheranern andererseits mit dem Bischof.

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Tag 29: Brummende Nachbarschaft

Die Wahrnehmung ist eine merkwürdige Sache: Solange etwas durch das Wahrnehmungsraster fällt, existiert etwas für einen selbst gar nicht – bis die Aufmerksamkeit hergestellt ist. Bekanntes Beispiel: Wenn ein Paar erfährt, dass es Eltern wird, sieht es ab sofort überall Schwangere und Kinderwagen. Bei uns sind die Laster der Westfalen AG. Irgendwann während des Umzugstags sprachen die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens von den Lastern der Westfalen AG, die dauernd am Pfarrgarten vorbei fahren, als wäre irgendwo ein Nest. Seitdem sehen wir die Laster auch, und seit meinem ersten Erkundungslauf weiß ich auch, dass die Firma gerade mal 400 m von uns entfernt ist.

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Tag 28: Wer ist Gott wie du? (Predigt)

Wir leben in einer unversöhnten Welt – das merkt man vor allem daran, dass Menschen einander die Pest an den Hals wünschen. Petra Bahr, Regionalbischöfin in Hannover hat neulich getwittert: „Die, die mir wortreich erklären, warum die Pandemie eine Strafe Gottes ist, zählen sich nie zu denen, die eine Strafe treffen sollte.“ In der Tat gibt es die dubiosesten Erklärung von bestimmten Christen im Internet: Die Pandemie sei eine Strafe für Feminismus, für Homosexualität, oder gleich die ganze liberale westliche Welt. Warum die meisten Opfer ältere Männer sind, warum Corana weltumspannend wütet und warum es mehrere besonders fromme Kirchen und Gemeinden traf, wird nicht erklärt. Die einfache Antwort: Weil Corona eben keine Strafe Gottes ist.

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Tag 27: Ein offenes Haus

Am Vormittag haben wir erneut die Öffnung des Gemeindehauses in Angriff genommen. Erste Vorüberlegungen hatten wir schon an Tag 5 angestellt, wobei ich einiges mehr über die Gemeindegruppen erfahren habe. Heute stand für mich mehr das Haus selbst im Blick. Wenn von „Raum 2“ und „Raum 5“ die Rede ist, bekomme ich langsam eine Vorstellung, welcher Raum gemeint ist.

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