Notiznehmen

Gemeindeerkundungen

Tag 74: Kinder und Kirche

Letztes Jahr ist es volljährig geworden, aber ob das 19. Kinderbibelwochenende dieses Jahr stattfinden kann, ist noch unsicher. Heute habe ich mich mit dem Team getroffen, das das Kinderbibelwochenende und zum Teil den „kleinen“ Kinderkirchentag „KuK“ (Kinder und Kirche) vorbereitet. Es ging einmal darum, das Konzept und die Leute kennen zu lernen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu wagen.

Eigentlich ist bislang immer unterschieden worden zwischen KuK und Kinderbibelwochenende – de facto ist aber das KiBiWo-Team eine erweitertes KuK-Team. Hervorgegangen ist KuK ursprünglich mal aus Mini-Gottesdiensten, die es für die ganz Kleinen seit 2005 gab, und einem klassischen Kindergottesdienst-Team, das 2015 erkannt hat: Diese Form funktioniert nicht mehr. Statt dessen ging „Kinder und Kirche“ an den Start. Dreimal im Jahr gab es dieses Angebot von 10:30 Uhr bis 13 Uhr. Der Mini-Gottesdienst war in den Anfang integriert. Danach gingen die Kleinen wieder nach Hause, während die Älteren noch zum Spielen und Basteln im Gemeindehaus blieben. Allerdings überlegt das Team, wie man das Konzept umstellen kann, denn die Teilnahme ist im Lauf der Jahre immer weiter zurück gegangen.

Das Kinderbibelwochenende findet dagegen nur einmal im Jahr statt, und zwar am ersten Adventswochenende. Thematisch ging es dabei aber nicht nur um Adventsthemen. Das Team erzählt begeistert, von einem Wochenende zur Bileamsgeschichte, bei der Emil, ein echter Esel, neben dem Gemeindehaus für eine große Überraschung sorgte. An anderen Wochenenden wurde mit einem Schreiner eine Arche Noah gebaut oder es gab einen Waldspaziergang, um Pflanzen zu erkunden. Während die Kinder sich am Samstag mit Singen, Basteln, Spielen und einer biblischen Geschichte befassten, wurde am 1. Aventssonntag ein großer Familiengottesdienst gefeiert, wo die Kinder sich einbringen und ihre Ergebnisse präsentieren durften.

Auch 2020 soll ein Kinderbibelwochenende stattfinden. Die Vorbereitungen laufen. Und falls es doch nichts wird, weil Corona einen Strich durch die Rechnung macht, dann findet das 19. Kinderbibelwochenende erst nächstes Jahr statt. Für das Team ist klar: Das Kinderbibelwochenende wird es weiter geben.

Das KuK-Team überlegt allerdings, wie es weitergehen kann. Für die Familien sind die Wochenenden mit sovielen Angeboten angefüllt, dass gemeindliche Angebote es schwer haben. Hinzu kommt, dass das Team eigentlich auch Unterstützung bräuchte. Aktuell findet wegen Corona sowieso nichts statt. Für 2021 steht eine Neuausrichtung auf dem Plan. Das will gut überlegt sein: Wo soll die Reise hingehen? Wie soll das Format aussehen? Und wen kann man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter gewinnen? Kann man vielleicht stärker mit dem FriedensKindergarten kooperieren?

Als nächstes steht erstmal ein Gespräch mit dem Presbyterium auf dem Plan. Da soll es um Wünsche und Pläne gehen. Was auf jeden Fall für alle klar ist: Die FriedensKirchengemeinde braucht Angebote für Kinder und Jugendliche, und zwar Angebote, die zur heutigen Lebenssituation passen. In den nächsten Jahren werden vermutlich einige Familien mit Kindern in die Gemeinde ziehen. Es ist eine Binsenweisheit: Wenn Kirche und Gemeinde eine Zukunft haben will, muss sie in die Arbeit mit Familien investieren. Und es ist toll, dass die Gemeinde dazu schon auf ein höchst engagiertes Team zurückgreifen kann.

Beitragsbild von AnnaER auf Pixabay.

Tag 73: Zusammen auf dem Weg

Der Auftakt in der Friedens-Kirchengemeinde war ökumenisch und auf dem Weg sind mir bis heute immer wieder Menschen begegnet, die betonen, wie wichtig die ökumenische Arbeit hier im Stadtteil ist. Das ging in der Vergangenheit deutlich über das rein theologische hinaus. Für die Theologie war die Ökumenische Erklärung ein wichtiger Schritt, aber das gemeinsame sozial-diakonische Wirken zum Beispiel in der Waldsiedlung steht dem gleichberechtigt gegenüber. Heute war ich erstmals bei einem Treffen des Ökumischen Arbeitskreises dabei.

Corona hatte die bisherigen Treffen unmöglich gemacht und so haben sich alle gefreut, wenn auch auf Abstand, sich einmal in echt wieder zu sehen und die verschiedenen Vorhaben neu anzugehen. Dazu gehört zum Beispiel ein Kanu-Gottesdienst auf Angel und Werse, der am 6. September um 12 Uhr in Angelmodde Dorf stattfinden soll. Ich werde an dem Tag leider nicht dabei sein, aber es ist schön, dass sich der Kreis nicht entmutigen lässt, sondern gerade auch die Chancen sieht, die Corona bietet – eben gerade jetzt einen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Wasser anzubieten.

Darüber hinaus soll auch die inhaltliche Arbeit vorangetrieben werden. So wurde die Fragen gestellt, welchen Wert die erwähnte Ökumenische Erklärung von 1999 eigentlich noch hat, wenn gar nicht mehr alle Mitglieder sie wirklich präsent haben. Oder wie sieht es aus mit dem Aufruf „Gemeinsam Zukunft gestalten“ , den das Bistum Münster gemeinsam mit EKvW und EKiR im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 veröffentlicht hatte. Darin werden ganz konkrete Schritte für das ökumische Miteinander formuliert, denn:

„Wir stehen gemeinsam vor der Herausforderung, wie wir in einem zunehmend säkularen, pluralen und multireligiösen gesellschaftlichen Umfeld unsere kirch­liche Arbeit neu so ausrichten können, dass Menschen darin für sich Angebote gelingenden Lebens entdecken können.“

Gemeinsam Zukunft gestalten, S. 3

Vereinbart wurde seinerzeit eine engere gemeindliche Zusammenarbeit, die gemeinsame Übernahme sozialer Verantwortung vor Ort und auch das gemeinsame Gespräch nicht nur mit anderen Konfessionen, sondern Religionen und Weltanschaungen. Aber es bleibt natürlich nur ein Stück Papier, wenn die erklärten Absichten nicht vor Ort konkret umgesetzt werden.

Für den Arbeitskreis Ökumene soll das zum Beispiel bei einer Klausurtagung stattfinden. Über die Fragen, was Christsein denn heute konkret bedeutet und worin sich evangelisches und katholisches Christsein unterscheidet und worin übereinstimmt, lief es am Ende noch einmal auf die Frage zu: Wie bringe ich meinen Glauben eigentlich auf den Punkt? Die Frage habe ich neulich in einer Predigt ja schon einmal thematisiert, nachdem ich im Januar ein Pfarrkolleg dazu mitgestaltet hatte. Jetzt freue ich mich darauf, mich mit dieser Fragestellung, die mich seit mehreren Jahren umtreibt, auch im Arbeitskreis Ökumene mit einbringen zu können.

Beitragsbild von guillermo gavilla auf Pixabay.

Tag 72: Wie am Schnürchen

Zum Kennenlernen gehört, dass sich allmählich Verknüpfungen und Verbindungslinien bilden. So ist ja letztlich auch unser Gehirn aufgebaut: Nervenzellen verbinden sich mit anderen und umso stärker die Verbindung ist, desto stabiler ist die Erinnerung daran, was womit zusammenhängt. Heute morgen habe ich mich mit Gerhard Trottier getroffen. Er war von 1989 bis 2001 Pfarrer in der Friedens-Kirchengemeinde. Und was ich schon an meinem Beckumer Vorgänger Friedrich Vogelpohl sehr geschätzt habe: Gerhard Trottier hat ein gutes Gedächtnis für die Gemeindegeschichte und kann wunderbar von Zusammenhängen erzählen.

Weiterlesen

Tag 71: Aus Geschichten leben

Der Mensch ist das Tier, das Sprache hat, lautet die klassische Definition bei Aristoles. Natürlich kommunizieren auch Tiere miteinander, aber auf andere Weise. Eine Sprache mit Wortschatz und Grammatik, so einfach sie auch sein mag, gibt es nur bei Menschen. In besonderer Weise sieht man es daran, was der Mensch mit der Sprache anstellt: Wir geben den Dingen nicht nur Namen, sondern erzählen Geschichten – und Namen enthalten kleine Geschichten. Zum Ortsnamen wie Gremmendorf oder Angelmodde. Der Mensch ist das Tier, das aus Geschichten lebt.

Weiterlesen

Tag 69: Ein Künstlerdorf nebenan

Angelmodde gilt als Künstlerdorf und wird zuweilen in einem Atemzug mit Worpswede genannt. Mag das auch etwas übertrieben sein, ist es doch interessant, einen kleinen kunstgeschichtlichen Ausflug zu wagen. In letzter Minute haben wir es noch geschafft, die Ausstellung „Gemeinsam für die Kunst“ im Stadtmuseum Münster anzusehen. Die Ausstellung erinnert an die Anfänger der Freien Künstlervereinigung Schanze, die 1919 gegründet wurde und noch heute als besteht.

Weiterlesen

Tag 68: Heute schon eingelebt?

Heute wurde ich gleich von drei verschiedenen Personen gefragt, ob ich mich denn schon eingelebt habe. Das ist eine interessante Frage. Zunächst ist die Frage natürlich ein perfekter Gesprächseröffner: Wer neu ist erlebt vieles neu und will vielleicht auch vieles erzählen. Mein Blog ist ein Beispiel dafür, wieviel es zu entdecken und zu erzählen gibt, wenn man neu ist. Die Frage ist aber auch deshalb interessant, weil die Redewendung „sich einleben“ spannend ist.

Weiterlesen

Tag 67: Die Kirche und das liebe Geld

Jahr für Jahr veröffentlicht die Landeskirche in kompakter Form, wie sie eigentlich mit dem Kirchensteueraufkommen umgeht. Jesus hat zwar gesagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und gleichzeitig dem Geld“ (Mt 6,24) und die Jünger hat er ohne Geld losgeschickt (Mk 6,8), aber auch die Jünger hatten eine Gemeinschaftskasse. Entscheidend scheint also die Gewichtung zu sein: Die Finanzen sind kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, Gewinne zu erwirtschaften und Rücklagen zu bilden, sondern das gemeinsame Geld verantwortungsvoll für den kirchlichen und gemeindlichen Auftrag einzusetzen. Deshalb sind transparente Finanzen wichtig. Immerhin handelt die Kirche nicht mit ihrem Geld, sondern mit dem Geld ihrer Mitglieder. Und was für die Landeskirchen gilt, gilt natürlich auch für die Friedens-Kirchengemeinde.

Weiterlesen

Tag 66: Hallo Mikro! Test! Test! Test!

Heute ging es in ganz unterschiedlichen Formen um das leidige Thema Corona: Wann können die Gruppen wieder starten? Wie sieht es mit den Bläsern aus? Was, wenn die großen Räume alle belegt sind? Welche Empfehlungen gibt die Landeskirche aktuell? Und welche Veränderungen wird Corona langfristig haben? In dem Zusammenhang habe ich mich hingesetzt, und ausprobiert, was ich schon länger mal machen wollte: die Predigt vom letzten Sonntag aufnehmen. Das klingt „im Studio“ natürlich völlig anders, als in der Kirche – zumal ich nicht frei spreche, sondern ablese. Aber wäre das eine Form, die man jetzt und in Zukunft anwenden könnte?

Weiterlesen
« Ältere Beiträge

© 2020 Notiznehmen

Theme von Anders NorénHoch ↑