Die Planungen für den Bau der heutigen Friedenskirche reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Damals hatte der 1930 gegründete Evangelische Kirchbauverein Gremmendorf das Grundstück erworben. Das Geld reichte aber nicht für einen Kirchbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten hier viele evangelische Flüchtlinge und Vertriebene, so dass 1947 ein großer Pfarrbezirk geschaffen wurde, der Albersloh, Angelmodde, Gremmendorf, Loddenheide und Wolbeck umfasste. Auch ein Kirchbau wurde wieder ins Auge gefasst, angetrieben durch den damaligen Pfarrer Franz Drews: eine „Kapelle Gremmendorf-Angelmodde“.

Dass die Kapelle bei der Einweihung kurz vor Weihnachten 1952 den Namens „Friedenskirche“ bekam, dürfte unterschiedliche Wurzeln haben. Bei den Ausschachtungsarbeiten, bei denen viele Gemeindeglieder Hand anlegten, stießen Schüler auf einen Weltkriegsblindgänger. Ich kann mir vorstellen, dass dies wie eine Mahnung zum Frieden empfunden wurde. Das Weltkriegsende lag ja gerade mal sieben Jahre zurück. Die Gemeinde bestand überwiegend aus Menschen, denen die Kriegserfahrung durch Flucht, Verlust der Heimat und Neuanfang in der Fremde noch tief in den Knochen steckte. Und der Bau der Kirche erfolgte an der damaligen Friedensstraße. Gute Gründe also, den Namen „Friedenskirche“ zu wählen.

1979 wurde die Friedens-Kirchengemeinde selbstständig. Für das Motiv des Kirchensiegels war natürlich ein Friedenssymbol naheliegend. Die Kirchengemeinde Wolbeck, zu der die heutige Friedens-Kirchengemeinde zunächst gehört hatte, trug im Siegel eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist. Mit der Wahl der Taube als Siegelsymbol knüpfte man also sowohl an den gemeinsamen gemeindlichen Ursprung mit Wolbeck an, gab aber mit der Friedenstaube aus der Noah-Geschichte dem Sinnbild eine eigenständige Note. Heute prägt das Symbol nicht nur das Siegel, sondern zieht auch die Kanzel und die Schriftstück der Gemeinde.